Ein Schuljahresende bringt immer eine besondere Mischung aus Erleichterung, Ferienstimmung und Wehmut mit sich. An der Udo-Lindenberg-Mittelschule Mellrichstadt war der 31. Juli von ganz besonderer Emotion geprägt: Gleich drei Mitglieder des Lehrerkollegiums wurden im Rahmen einer feierlichen Verabschiedung gewürdigt. Mit Peter Schunk, Ute Hofmann und Manuel Schmidt verlassen drei Lehrkräfte die Schule, die das Schulleben auf ganz unterschiedliche, aber tiefgreifende Weise bereichert haben.

Peter Schunk: Gelassenheit, Fachwissen und ein starker Einstieg

Erst zum Schuljahr 2023/24 war Peter Schunk aus der freien Wirtschaft an die Udo-Lindenberg-Mittelschule gewechselt, um die Fächer Englisch und Mathematik zu unterrichten. Konrektorin Melanie Dotzer eröffnete ihre Laudatio augenzwinkernd auf Englisch und erinnerte an die ersten Eindrücke („first impressions“): Sie gab freimütig zu, aufgrund der rein formellen, vom Schulamt übermittelten Eckdaten im Vorfeld durchaus ein wenig skeptisch gewesen zu sein. Doch Schunk räumte sämtliche Vorbehalte im Eiltempo aus dem Weg.

Weder Eltern noch Schülerinnen und Schüler hatten jemals Grund zur Klage – im Gegenteil: Seine nahbare und kompetente Art kam auf allen Ebenen bestens an. Besondere Anerkennung fand die harmonische und verlässliche Zusammenarbeit im Korrekturtandem bei den Abschlussprüfungen.

Nun zieht es Peter Schunk weiter an die Freie Aktive Landschule Hendungen. In seinen Abschiedsworten bedankte er sich herzlich für die offene Aufnahme im Kollegium. Ein Schmunzeln zauberte er den Anwesenden ins Gesicht, als er rückblickend betonte, wie viel er an der Schule gelernt habe – im oftmals von Hektik geprägten Alltag nicht zuletzt von den Jugendlichen selbst: „Manchmal kommt man eben auch durch Ruhe und Gelassenheit ans Ziel.“

Ute Hofmann: Eine Utopistin mit unermüdlichem Tatendrang

Ein bewegtes Berufsleben und beeindruckendes Engagement standen bei der Verabschiedung von Ute Hofmann im Mittelpunkt. Nach ihrer Ausbildung zur Diplomlehrerin in Halle an der Saale wurde sie nach dem Mauerfall als Jüngste ihres Jahrgangs unverschuldet nicht übernommen und verlegte ihren Lebensmittelpunkt nach Bayern. Da ihr DDR-Abschluss im Freistaat zunächst nicht anerkannt wurde, wählte sie einen alternativen Weg: Sie arbeitete als Bewegungstherapeutin, studierte parallel, holte das 1. Staatsexamen nach und trat 1998 schließlich ihr Referendariat an, das sie erfolgreich abschließen konnte.

Schulleiter Achim Libischer zeichnete Hofmanns Wirken mit einem Zitat der Schriftstellerin Christa Wolf nach und beschrieb sie als echte „Utopistin“: Eine Lehrerin, die Schule nicht einfach hinnehme, wie sie ist, sondern sie aktiv so gestalte, wie sie nach ihren Vorstellungen sein sollte.

So ist es auch nicht verwunderlich, dass sich die Liste ihres Engagements an der Schule fast wie ein Mammutprojekt liest: Zeitgleich betreute sie die Schülerzeitung, das Schülercafé sowie die erste Website der Schule, wirkte als Mathemultiplikatorin, organisierte Tombolas und absolvierte in Dillingen die Weiterbildung für Deutsch als Zweitsprache (DaZ). Während der Migrationskrise 2015 übernahm sie mit enormer Empathie die Betreuung der geflüchteten Kinder.

Als Ute Hofmann zum Abschied vor das Kollegium trat, rezitierte sie äußerst eindrucksvoll den Song „Keine Meile tut mir leid“ der Band „Die Puhdys“ – eine treffende Analogie auf ihren beeindruckenden, oft herausfordernden, aber stets von Herzblut geprägten beruflichen Lebensweg.

Manuel Schmidt: Pädagoge ohne „Geschäftszeiten“ und Fels in der Brandung

Mit Manuel Schmidt geht eine weitere Säule der Schulgemeinschaft. Schulleiter Achim Libischer fand in seiner Laudatio deutliche Worte für Schmidts unermüdlichen Einsatz: Er sei ein durch und durch schülerzugewandter Lehrer, der schlichtweg keine sturen „Geschäftszeiten“ kenne und sich weit über das normale Maß hinaus für das Wohl seiner Schützlinge einsetze.

Schmidts Laufbahn begann 1993 an der Volksschule Ostheim, wo er bis zum Konrektor aufstieg. Nach der Auflösung der dortigen Hauptschule kam er 2010 nach Mellrichstadt. Eigeninteressen stellte er stets hintenan – das Wohl der gesamten Schule stand für ihn immer an erster Stelle. Durch seine Tätigkeit als externer Evaluator an zahlreichen Schulen erwarb er umfassendes Know-how, das 2018 bei der Evaluation der eigenen Schule einen unschätzbaren Mehrwert lieferte.

Ob Regelklasse, Praxisklasse oder M-Zweig: Manuel Schmidt erwies sich als flexibler Allrounder, der überall dort anpackte, wo er gebraucht wurde. In seinen Dankesworten gab er das Lob prompt zurück. Er rühmte die einzigartige Atmosphäre an der Udo-Lindenberg-Mittelschule, die seine Dienstjahre so wertvoll gemacht habe. Diese Atmosphäre, so Schmidt, sei vor allem der umsichtigen Führung der Schulleitung zu verdanken, die den perfekten Rahmen vorgebe, den das Kollegium tagtäglich mit Leben fülle.

Die Udo-Lindenberg-Mittelschule Mellrichstadt bedankt sich bei Peter Schunk, Ute Hofmann und Manuel Schmidt für ihren unermüdlichen Einsatz, ihre Geduld, ihr Herzblut und die vielen gemeinsamen Jahre. Für ihre berufliche wie private Zukunft wünscht die gesamte Schulfamilie von Herzen alles Gute, Gesundheit und weiterhin viel Erfolg auf allen Wegen!