Wenn Kunst und GPG gemeinsam Geschichte lebendig werden lassen
„Moment mal… Die hatten damals weder Strom noch Handy? Und wie haben die denn überhaupt ihr Brot gemacht?“
Mit genau diesen Gedanken begann für die Klasse 5b der Udo-Lindenberg-Mittelschule Mellrichstadt eine Reise, die sie so schnell nicht vergessen wird. Denn am vergangenen Donnerstag stand kein gewöhnlicher Schultag auf dem Stundenplan. Keine Hefte, keine Tafel, kein Klassenzimmer. Stattdessen hieß es: Rucksack auf, Neugier einpacken und ab nach Römhild!
Kaum angekommen, wirkte das Steinsburgmuseum zunächst wie ein ganz normales Museum. Doch dieser Eindruck hielt nur wenige Minuten an. Denn plötzlich schien es, als würde sich die Zeit rückwärts drehen.Zurück… über 2.000 Jahre…..zurück zu den Kelten.
Plötzlich wurde aus dem Schulfach Geschichte ein echtes Abenteuer. Wie lebten die Menschen damals? Was trugen sie? Wie stellten sie Schmuck her? Warum waren manche Gegenstände so kunstvoll gestaltet, obwohl es weder Maschinen noch moderne Werkzeuge gab?
Phil runzelte die Stirn und flüsterte: „Also… ich hätte keine Lust, jeden Morgen meine Kleidung selbst herzustellen. Da bleibe ich lieber im Jahr 2026!“ Ein Satz, der für viele Lacher sorgte. Doch die eigentliche Überraschung wartete erst noch. Jetzt wurde nicht mehr nur zugeschaut. Jetzt hieß es: Selbst ausprobieren!
An der ersten Station durften die Schüler mit einem Steinbohrer ein Loch in eine Steinplatte bohren. Nach wenigen Minuten wischte sich Benjamin den Schweiß von der Stirn. „Was? Das dauert ja ewig! Ich dachte, wir wären längst fertig.“ Spätestens jetzt wurde allen klar, dass früher manche Arbeiten sehr mühsam waren.
Doch schon wartete die nächste Herausforderung: Getreide mahlen, mit zwei schweren Steinen, ganz ohne elektrische Küchenmaschine. Nach einigen kräftigen Bewegungen schaute Luisa auf das kleine Häufchen Mehl, das sie mühsam hergestellt hatte. „Damit könnte ich heute höchstens einen halben Keks backen!“ Auch hier wurde schnell deutlich, wie viel Zeit und Kraft früher in alltäglichen Arbeiten steckte.
Doch das größte Rätsel wartete an der dritten Station. Vor den Kindern lagen unzählige Tonscherben, die sie wieder zu einem vollständiges Gefäß zusammensetzen sollten. Martha betrachtete die vielen Scherben und meinte nachdenklich: „Jetzt verstehe ich, warum Archäologen manchmal Jahre brauchen. Ich suche schon seit fünf Minuten nach dem Rand…“
Langsam entstand aus den vielen kleinen Teilen tatsächlich wieder die gewünschte Form. Ein kleiner Erfolg, der sich plötzlich ganz groß anfühlte. Zwischendurch wurde immer wieder gelacht, gestaunt und ausprobiert. Und ganz nebenbei passierte etwas, das im Unterricht nur selten gelingt: Geschichte wurde lebendig., plötzlich waren die Kelten keine Figuren mehr aus einem Schulbuch. Sie bekamen Gesichter, sie arbeiteten, sie schwitzten, sie erfanden, kurz sie lebten!
Zum Abschluss wanderte die Klasse hinauf zum Kleinen Gleichberg. Mit jedem Schritt wurde der Blick weiter. Oben angekommen, wehte ein leichter Wind über den Berg. Frau Hofmann schaute über die Hügel und sagte leise:„Stellt euch mal vor… genau hier haben vielleicht schon die Kelten gestanden und auf dieselbe Landschaft geschaut.“
Plötzlich fühlte sich Geschichte gar nicht mehr so weit entfernt an. Vielleicht genau das, was diesen Tag so besonders machte. Denn an diesem Donnerstag erlebten die Schüler Geschichte.
Mit allen Sinnen und manchmal sogar mit schmerzenden Armen.
Genau so fühlt sich fächerübergreifender Unterricht an. Wir sind gespannt, wohin die nächste Reise führt…





